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Prinzipien vom Hang zur Kultur

Selbstorganisation braucht gemeinsame Prinzipien. Sie geben Orientierung, schaffen Vertrauen und machen Handlungsräume sowie Verantwortlichkeiten transparent.

  • Dezentrale Organisation: Jeder Veranstaltungsort organisiert sich grundsätzlich selbst. Eine übergeordnete Koordination unterstützt dort, wo es allen zugutekommt – etwa beim Programmheft, der Öffentlichkeitsarbeit, der Vernetzung oder einem gemeinsamen Grundstock an Fördermitteln. Dieser dient in erster Linie dazu, kulturelle Teilhabe zu ermöglichen. Darüber hinausgehende Vorhaben werden gerne bei der Fördermittelakquise beraten, die Verantwortung für Antragstellung und Umsetzung liegt jedoch bei den jeweiligen Akteurinnen. Wer größere Fördersummen einwirbt, wird ermutigt, nach Möglichkeit weitere Akteurinnen einzubeziehen und Synergien zu schaffen.
     

  • Entscheidungsfindung: Strategische Entscheidungen erfolgen unter Berücksichtigung der Hang zur Kultur-Prinzipien, des Gründungsgedankens und der Einbeziehung verschiedener Bubbles.* Die freie Kultur- und Kreativszene trägt traditionell einen Großteil der Besucherströme und erhält deshalb besonderes Gewicht. Die Soziokultur folgt zwar einer anderen Dynamik, soll aber ebenfalls sichtbar eingebunden werden.
     

  • Auftritt nach außen als Gruppe: Zwar kann jeder für sich selber Werbung machen und die dafür erstellten Werbematerialien nutzen (ob unverändert oder verändert). ABER Pressemitteilungen und Presseartikel erfolgen immer als Gruppe: Gerade wenn es um die Veranstaltung an sich geht (gilt sowohl für den Text wie auch für Fotos). Zweck: Vermeidung von Unmut & Missgunst.
     

  • Gemeinsame inhaltliche Basis: Die verbindende Grundlage ist die Stadtteilarbeit mit dem Ziel, den Sonnenberg zu beleben und ein friedliches Miteinander zu fördern. Achtung, Offenheit und Nachhaltigkeit bilden den gemeinsamen Rahmen. Übergreifende Themen oder Mottos können gemeinsam entwickelt und beschlossen werden (Beispiele: 2025 – „In guter Gesellschaft“, 2026 – „Blumen statt Beton“)
     

  • Kommunikation: Möglichst miteinander statt übereinander reden. Direkte Kommunikation schafft Vertrauen und verhindert unnötige Missverständnisse.

 

*Der Gründungsgedanke des Hang zur Kultur ist es, den Sonnenberg über die Stadtteil- und Stadtgrenzen hinaus erlebbar und entdeckbar zu machen. Das Format versteht sich als eine Art „Tag der offenen Tür“, bei dem insbesondere die hiesige Szene – freie Kulturschaffende, Start-ups, Kreativwirtschaft, Gastronomie, Wohnungswirtschaft, städtebauliche Projekte und lokale Geschäfte – ihre Arbeit, Ideen und Orte sichtbar machen können. Gleichzeitig bietet der Hang zur Kultur Anknüpfungspunkte für die Soziokultur, sodass auch sie sich einbringen und sichtbarer werden kann. Der Hang zur Kultur wurde 2017 vom Kreativen Chemnitz ins Leben gerufen und bis 2023 federführend begleitet. Seit 2024 arbeitet das Stadtteilmanagement Sonnenberg daran, das Organisationswissen, die Arbeitsabläufe und die Entscheidungsgrundlagen schrittweise zu dokumentieren. Ziel ist es, das Format langfristig unabhängig von einzelnen Personen weiterzuentwickeln und eine nachhaltige Blaupause für zukünftige Organisationsteams zu schaffen.

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